Das Teamwork im Gefecht – Aufgabenverteilung und Kommunikation (Kolumne)

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Mai
25

Das Teamwork im Gefecht – Aufgabenverteilung und Kommunikation

 

Ein Team gewinnt, eins verliert – so ist es im Regelfall nun einmal in diesem Spiel. Das Matchmaking soll dafür sorgen, dass sich hierbei gleichstarke Teams gegenüber stehen. Wie wir alle wissen, gelingt dies mal besser und mal nicht so gut, aber gehen wir hier von einem gelungenen, ausgeglichenen Matchmaking aus. Auch setzten wir hier voraus, dass die am Gefecht teilnehmenden Spieler treffsicher sind und die Munition so einsetzen, wie es ihrem Sinn entspricht. Und weiterhin, dass es den Speilern klar ist, dass sie sich nicht in einem Ego-Shooter, sondern in einem Strategiespiel befinden.


 

Es stehen sich also zwei gleichstarke Teams gegenüber. Wie soll denn jetzt ein Team gewinnen? Muss nicht zwangsläufig ein Unentschieden das Ergebnis sein? Nein! Was jetzt zählt, ist, das Team dass aus Zerstörern, Kreuzern, Schlachtschiffen und auch Flugzeugträgern besteht, so einzusetzen, dass man sich einen Vorteil erarbeitet – hierzu gehört natürlich auch der Chat.

 

Der gerne im Chat belächelte „Lemming-Train“ des Gegners kann schnell zur Front werden, wenn die vorderen langsamer werden, die letzten aufschließen, er sich so plötzlich verdichtet, sich auf Kommando alle gegnerischen Schiffe um 90 Grad drehen und auf einen zufahren. Was eben noch verachtenswerte „Noobs“ waren, sind jetzt plötzlich erfahrene Kapitäne, die in dieser geballten Formation aus dem eigenen Team schnell Altmetall auf dem Meeresgrund machen können.

 

Doch gehen wir einen Schritt zurück und beschäftigen wir uns kurz mit den generellen Aufgaben der einzelnen Schiffstypen und dem, was oftmals im Chat geschieht, wenn diese Aufgaben wahrgenommen werden.

 

destroyer

Sollen Zerstörer tatsächlich spotten? Besteht die Aufgabe eines Zerstörers darin Ziele aufzudecken oder den gegnerischen Schlachtschiffen und Flugzeugträgern aufzulauern, ihnen „unsichtbar“ zu folgen und sie zu versenken? Beides im Idealfall, nach klar! Wenn aber ein Zerstörer nicht spottet und sich quer zu Allem an den Rand der Karte absetzt, kann er seinen Grund haben und dieser kann – allerdings erst nach einiger Zeit – seinem Team auch klar werden, nämlich dann, wenn auf einmal keine Flugzeuge oder großkalibrigen Granaten mehr von der gegenüberliegenden Seite kommen, weil der kleine Zerstörer, es den Großen mal wieder so richtig mit ein paar gut platzierten Torps besorgt hat. Ihn im Chat für sein Absetzen zur Seite gleich nieder zu machen, ist absolut unnötig und zeugt eher von Unkenntnis seitens des Beschimpfenden in Sachen Zerstörer-Fahren. Allerdings wäre auch ein kurzes Statement des Zerstörers über sein Vorhaben – bei Beginn – sinnvoll, denn es soll für den Gegner eine Überraschung werden und nicht für das eigene Team.

 

cruiser

Kreuzer kreuzen kreuz und quer über die Map – daher heißen sie Kreuzer. Wirklich? Das ist die Aufgabe von Kreuzern – alleinige „Ausflugstouren“ in der Hoffnung im 1:1 auf einen anderen Kreuzer zu treffen und diesen dann geschickt zu versenken? Kreuzer sollen eigentlich Ihren Schlachtschiffen zur Seite stehen, wenn es darum geht, gegnerische Zerstörer aufzudecken und vor allen Dingen abzuwehren. Und natürlich auch, wenn Flugzeugträger im Spiel sind, eigene wie Schlachtschiffe vor anfliegenden Flugzeugen zu schützen und diese vom Himmel zu holen. Wenn das also die Aufgaben von Kreuzern sind, wie können sie mit Vollgas vom Start weg nach vorne preschen und sich dann im Chat über die „campenden“ Schlachtschiffe beschweren, die einfach nicht so schnell sind und ihnen nicht folgen können. Außerdem sind es in so einem Fall die Kapitäne der Kreuzer, die ihre Aufgabe vernachlässigen – nicht die der Schlachtschiffe. Auch hier besteht Teamwork darin, sich als Kreuzerfahrer der Geschwindigkeit der Schlachtschiffe anzupassen oder aber kurz vorzustoßen und immer wieder zu den Schlachtschiffen zurückzukehren.

 

battleship

Die Schlachtschiffe sind die „Hau-Drauf“ des Gefechts. Mit Ranges von teilweise 25 Kilometern verharren sie im hinteren Bereich und „snipen“ auf alles, was sich in ihren Schussbereich traut. Tatsächlich? Wer mal ein Schlachtschiff kommandiert hat und aus mehr als 20 Kilometern regelmäßig Treffer setzt, ist schon mit einer ganz besonderen Gabe gesegnet. Das die Geschosse aus der Entfernung rund um das Ziel, wenn überhaupt, einschlagen – ohne dabei auch nur ein wenig Schaden anzurichten – ist, bei der allgemeinen Streuung der Granaten, wohl eher der Fall. Außerdem sorgen solche Kapitäne zusätzlich dafür, dass die Kreuzer, deren Kapitäne ihre Aufgabe ernst nehmen, nicht am Gefecht teilnehmen können, da diese in der Nähe des Schlachtschiffes verharren, aber nicht über dessen Reichweite verfügen und so in gewisser Weise für das Team „unnütz“ werden. Oder dass diese im Laufe des Gefechts die Geduld verlieren und die Schlachtschiffe alleine, und damit als optimale Zerstörer-Ziele, im hinteren Bereich der Map zurücklassen. Also heißt es für den Schlachtschiff-Kapitän mindestens so nah an die Front zu fahren, dass auch seine begleitenden Kreuzer Ziele anvisieren und angreifen können. Und auch hier ist eine Absprache im Chat sicherlich sinnvoll.

 

carrier

Zu guter Letzt noch die Flugzeugträger. Welcher Schlachtschiff-Kapitän freut sich nicht über eine gut platzierte Torpedosalve an Steuerbord, der er unmöglich noch ausweichen kann. Ein guter Flugzeugträger-Fahrer kann ein ganzes Gefecht alleine entscheiden – ein schlechter übrigens auch. Und hier sind wir auch schon wieder bei einer der ersten unserer Fragestellungen angelangt, dem Spotten. Immer wieder sieht man Torpedobomber am Kartenrand entlang fliegen, um den gegenüberliegenden Flugzeugträger zu suchen und auszuschalten. Natürlich, ein lohnenswertes Ziel – aber ist dieser Aufwand tatsächlich gerechtfertigt? In der Zeit, in der gesucht und geflogen wird, könnte bereits das erste Schlachtschiff oder der erste Zerstörer aus dem Spiel genommen worden sein – zudem der Überflug über die Map dem gesamten Team Ziele aufdeckt. Und die so möglich gemachte Vernichtung eines Zerstörers ist, auch aus Sicht des Flugzeugträger-Kapitäns, nicht ganz uneigennützig. „Flugzeiten verkürzen“ führt zum Erfolg. Je kürzer die Flugzeiten, um so mehr Attacken können im Laufe des Gefechts geflogen werden – eigentlich eine ganz einfache Rechnung. Also heißt es nicht auf A1 im Kartenrand zu gleiten, sondern seinem Team – im entsprechenden Abstand – zu folgen. Aber auch hierzu ist erforderlich, dass der Kapitän des CV weiß, was sein Team grundsätzlich vor hat – also wieder Kommunikation.

 

Alles nur Theorie? Scheinbar. Und doch scheinen auch Divisionen im Vorteil zu sein, da sich die Mitglieder direkt absprechen – teilweise ergänzend via Teamspeak. Nur dürfen sie nicht vergessen, den Rest des Team mit einzubeziehen. Sonst stehen sie zwar am Ende als Division an A, während der Rest des Teams gleich geschlossen an C eintrifft, und sind nur noch Kanonenfutter für das möglicherweise bereits massiv auf A vorstoßende, gegnerische Team.

 

Wenn also ein Team auch wie ein Team agiert, kann es sogar schwächer sein und wird das Gefecht womöglich deutlich gewinnen. Auch dies sollte jeder schon einmal erlebt haben. Das „unfaire“ Matchmaking wird plötzlich zur Nebensache.

 

Zwei Aspekte zum Abschluss. Die Gesamtbewegung des Teams sollte im Idealfall harmonisch sein, also in einer abgestimmten Geschwindigkeit stattfinden – und das bedeutet im Regelfall deutlich langsamer, als es in der Praxis stattfindet. Hierzu ist keine Absprache, sondern nur Beobachtung und Verständnis für die Anderen erforderlich. Dann kann auch jeder seine Aufgaben zum Wohle des Teams erledigen. Und eine Schlacht muss auch nicht in den ersten drei Minuten gewonnen werden – jedes Team hat 20 Minuten Zeit sich zu koordinieren, vorzurücken und den Gegner zu vernichten. Ganz unter dem Motto: „Am Ende knallt die Peitsche!“. Der zweite Aspekt ist die Sprache. Die universelle Sprache im Chat ist englisch – ob gemocht, gewollt oder nicht. Nicht jeder spricht die Sprache und dennoch muss man damit lernen umzugehen, sonst steht man außen vor. CV, BB, DD und mehr sind letztlich auch nichts anderes als Vokabeln, die ein Neuling lernen muss, um die anderen zu verstehen – gleiches gilt für englische Begriffe im Spiel. Hier kann man sich im Chat ggf. auch gegenseitig helfen und so zu mehr Verständnis und Spielspaß für alle sorgen.

 

Wenn das Matchmaking Spieler zusammenführt, die die vorgenannten Aspekte kennen und berücksichtigen, wird aus Ihnen ein fast unschlagbares Team – so ausgeglichen das MM auch sein mag, das gegnerische Team wird kaum eine Chance gegen sie haben.

 

Soviel also zur Theorie. Und jetzt zur Praxis: In der aktuellen Version, des von vielen Spielern eingesetzten Mods von Aslain, ist die Chatfunktion als Standardeinstellung deaktiviert. Warum? Vielleicht, weil es viele einfach viele nervt, dass der Chat oft nur für Beschimpfungen und Beleidigungen, nicht aber für Absprachen im Team genutzt wird? Und jetzt kommst Du – wie definierst und erfüllst Du (zukünftig) deine Aufgaben und nutzt (zukünftig) den Chat?

Auf Gefechtsstation!

 

Ein Gastbeitrag (Kolumne) von „Kaptn Murrell

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